|
Die Ausbildungsleistung der gewerblichen Wirtschaft im Bezirk der IHK Frankfurt am Main ist nach wie vor hoch. Rund 80% der Auszubildenden werden in mittleren und kleineren Unternehmen ausgebildet. Es ist eine Frage der Unternehmensentscheidung, ob Berufsausbildung stattfindet oder nicht. Für die nachlassende Ausbildungsbereitschaft in großen Unternehmen werden immer wieder der Kostendruck oder ein sinkender Fachkräftebedarf angeführt. Beide Argumente erscheinen plausibel – jedoch nur bei einer kurzfristigen Unternehmensplanung. Personalpolitik ist eine langfristige Größe, und Berufsausbildung ist wesentlicher Teil einer solchen Langfristplanung. In allen Unternehmen sind die Fähigkeiten und die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend für die Leistungsfähigkeit.
Die Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen ist in Deutschland selbstverständlich und reicht traditionell bis in Zeiten zurück, in denen es Großbetriebe noch gar nicht gab. Wenn in Großbetrieben von Konzepten der Handlungsorientierung und des auftragsbezogenen Lernens gesprochen wird, dann geht es um Situationen, die in kleineren Betrieben schon immer in den Ausbildungsalltag gehören.
Der ständige Kontakt mit der Arbeitswelt macht die Auszubildenden in diesen Betrieben schnell und flexibel. Die Übernahme von Aufträgen fördert die Berufserfahrung, Flexibilität, Termintreue oder Kostendenken ganz nebenbei und ohne Aufwand. Die Spezialisierung kleinerer Unternehmen führt zu der Frage, ob eine genügend breite Ausbildung gewährleistet werden kann. Hier greift die Idee sich zusammenzutun, die Ausbildung auf mehrere Betriebe zu verteilen und einen Ausbildungsverbund zu schließen.
Ein Verbund kann auf sehr unterschiedliche Art organisiert sein:
- Mehrere Betriebe stellen ein und tauschen phasenweise ihre Auszubildenden aus. In welcher Weise sie die notwendigen Verabredungen treffen, ist Ihnen überlassen.
- Ein Betrieb stellt ein und verbündet sich mit einem Großbetrieb oder einem Bildungsträger, der ihnen Phasen der Ausbildung abnimmt.
- Ein Betrieb verbündet sich mit einem Großbetrieb oder Bildungsträger, der ihm phasenweise seine Auszubildenden überstellt.
- Mehrere Betriebe gründen einen Ausbildungsverein oder treten einem bestehenden Zusammenschluss bei, der die Organisations- und Verwaltungsaufgaben übernimmt.
Jedes dieser Modelle hat seine Vor- und Nachteile. In jedem Falle aber entlastet eine Verbundausbildung das einzelne Unternehmen. Außerdem können sich an einem Verbund auch Betriebe beteiligen, die so spezialisiert sind, dass sie allein keine vollständige Ausbildung durchführen können. Gerade diese "Spezialisten" brauchen aber oft gut ausgebildete Fachleute.
Vorteile im Verbund:
- langfristige Sicherung qualifizierten Personals
- Kostenersparnisse gegenüber Neueinstellungen
- Selbst ausgebildete Mitarbeiter/-innen passen besser zum Team
- Einstieg in die Ausbildung wird erleichtert
- Breite Ausbildung auch bei hoher Spezialisierung möglich
- Größere fachliche und soziale Erfahrungen der Auszubildenden
- Imagegewinn: "Wir bilden aus"
- Nachwuchsplanung auch für Spezialtätigkeiten möglich
Die IHK Frankfurt am Main hilft mit ihrem Ausbildungsberaterteam bei der Auswahl des Ausbildungsberufs. Der Ausbildungsberater/die Ausbildungsberaterin prüft gemeinsam mit Ihnen, welche beruflichen Inhalte möglicherweise bei Ihnen nicht abgedeckt sind, und kümmert sich um die formale Eignungsfeststellung Ihres Betriebes. Da die Ausbildungsverhältnisse bei der IHK eingetragen werden, ist dort auch bekannt, ob es bereits Verbünde gibt die für Sie vielleicht in Frage kämen. Viele Unternehmen haben bereits gute Erfahrungen damit gemacht wie man sich gegenseitig ergänzt und im Verbund ausbildet.
Weitere Informationen: Ausbildungsberaterteam
|